Die meisten Checklisten im Netz sind von Leuten geschrieben, die noch nie ein Studio eröffnet haben. Hier kommt eine aus der Praxis – aus der Arbeit mit echten Reformer Pilates Studios in Deutschland.
Nicht alles muss sofort fertig sein. Aber die Reihenfolge ist entscheidend.
Phase 1: Grundlagen · 6–3 Monate vorher
Ausbildung & Zertifizierung
- Reformer Pilates Trainer-Ausbildung abgeschlossen (oder in Planung)
- Anbieter recherchiert (Balance Group, Polestar, REFORME Academy u.a.)
- Zusatzqualifikationen überlegt (Pre-/Postnatal, Reha, etc.)
Businessplan & Finanzen
- Businessplan erstellt (auch wenn nur für dich selbst)
- Startbudget kalkuliert (15.000–70.000€ je nach Größe)
- Finanzierung geklärt (Eigenkapital, KfW, Förderung)
- Rechtsform gewählt (Einzelunternehmen, GmbH, UG)
- Steuerberater gefunden
Standort
- Zielgebiet definiert
- Mindestfläche berechnet (ca. 8–10 qm pro Reformer + Empfang + Umkleide)
- Raumhöhe geprüft (min. 2,80m empfohlen)
- Bodenbeschaffenheit beachtet (Reformer brauchen ebenen, stabilen Boden)
- Nutzungsänderung prüfen (Gewerbe statt Wohnen – je nach Objekt)
- Brandschutzauflagen prüfen (Fluchtweg, Feuerlöscher, Rauchmelder)
- Statik prüfen lassen (Reformer wiegen 70–100kg + Person – besonders im Altbau)
- Schallschutz klären (Reformer-Federn + Musik = Nachbarbeschwerden)
- Mietvertrag verhandelt
Phase 2: Aufbau · 3–2 Monate vorher
Equipment
- Reformer bestellt (Lieferzeit beachten – oft 6–12 Wochen)
- Marken verglichen (Balanced Body, Merrithew, Sissel, Align-Pilates)
- Kleingeräte eingeplant (Bälle, Ringe, Bänder, Blöcke)
- Reinigungsmaterial für Reformer
Rechtliches & Versicherung
- Gewerbe angemeldet
- Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen
- Betriebshaftpflicht
- Hygienekonzept erstellt
- DSGVO-konforme Verträge (Mitgliedschaft, Einwilligung)
- AGB erstellt
Online-Präsenz starten
- Domain gesichert
- Instagram-Account erstellt, erste Posts geplant
- Google Business Profil angelegt
- Warteliste live – das ist der wichtigste Schritt in dieser Phase
Wer keine Warteliste hat, eröffnet mit leerem Kursplan. Die Studios die es richtig machen, haben am Eröffnungstag schon 50–120 Interessenten.
Phase 3: Pre-Launch · 2–1 Monate vorher
Marketing & Warteliste
- Warteliste aktiv bewerben (Instagram, Flyer, lokale Kooperationen)
- E-Mail-Sequenz eingerichtet (automatische Mails an Warteliste)
- Opening-Event geplant
- Intro-Angebot definiert (Schnupperstunde, Starter-Paket)
- Empfehlungsprogramm überlegt (“Bring a Friend”)
Buchungssystem
- Buchungsplattform gewählt und eingerichtet
- Kursplan erstellt
- Preisstruktur festgelegt (Einzelstunde, 5er/10er-Karte, Abo)
- Zahlungsabwicklung eingerichtet
- Online-Buchung getestet
Website
- Homepage live (mindestens: Startseite, Über mich, Kursplan, Preise, Kontakt)
- Buchungsplattform in Website eingebaut
- Impressum & Datenschutz
- Mobile getestet
Phase 4: Launch · Letzte 2 Wochen
- Probelauf mit Freunden/Familie
- Alle Systeme getestet (Buchung, Zahlung, E-Mail)
- Opening-Event Einladungen verschickt
- Google Business Profil aktualisiert (Öffnungszeiten, Fotos)
- Erste Bewertungen organisiert
Die 3 größten Fehler
1. Keine Warteliste vor der Eröffnung. Du brauchst keine fertige Website. Du brauchst kein perfektes Logo. Du brauchst eine Warteliste. Ab dem Moment, wo du weißt dass du eröffnest.
2. Zu spät um die Website kümmern. “Mach ich kurz vor der Eröffnung” wird zu “Eröffnung war letzte Woche und ich hab immer noch keine Seite.” Die Website ist dein Verkaufstool – nicht deine Visitenkarte.
3. Alles selber machen wollen. Du bist Pilates-Trainerin, keine Webdesignerin. Fokus auf das was du kannst. Den Rest outsourcen.
Fazit
Ein Reformer Pilates Studio zu eröffnen ist kein Hexenwerk. Aber es gibt eine Reihenfolge die funktioniert – und eine die dich Geld und Nerven kostet.
Das Wichtigste: Fang früh an, Interessenten zu sammeln. Alles andere lässt sich nachholen.
Nächster Schritt
Klingt nach viel?
Muss es nicht sein.
Ich übernehme Homepage, Warteliste, E-Mail-Marketing und Buchungsplattform. Done-For-You in 2 Wochen.
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